Ich tausche mich gerne über Bücher aus, empfehle Titel und nehme Empfehlungen anderer auf. Als ich vor Jahren mit meiner Arbeit zur Lese-Rechtschreibschwäche begann, entstand gleichzeitig mein Bücherblog „Das Freitagsbuch“. In loser Folge stelle ich seitdem an Freitagen hier ein Buch vor: einen Roman oder ein Fachbuch für Erwachsene und ab und zu auch für junge Leser. Ich biete eine große Bandbreite an und folge dabei meinem persönlichen Bewertungssystem von "6 Bücher" für "einfach wunderbar" bis zu "1 Buch" für "lieber etwas anderes lesen".
Gunilla Budde, Jutta Limbach: Ein Leben für die Gerechtigkeit - Biografie (2025)
Immer die Erste
Sie ist sicherlich eine der bekanntesten deutschen Juristinnen überhaupt und hat im Laufe ihres Berufslebens soviel erreicht und war so häufig die erste Frau in ihren Positionen, dass ich mir sofort ein Exemplar ihrer gerade erschienenen Biografie besorgt habe. Das sollte sich als sehr gute Idee herausstellen.
Daniel Kehlmann, Lichtspiel (1923)
Ziemlich großes Kino
Wer Daniel Kehlmann schätzt und zudem gern ins Kino geht, der konnte sich über das Erscheinen seines Romans „Lichtspiel“ im Jahr 2023 nur freuen. Dass das Ganze auch noch historisch interessant ist und ganz grundsätzliche moralische Fragen künstlerischen Schaffens aufwirft, macht dieses Buch geradezu zur Pflichtlektüre.
Saphia Azzeddine, Mein Vater ist Putzfrau / Mon père est femme de ménage (2009)
Zwischen Zuneigung und Scham
Saphia Azzeddine wurde in Marokko geboren und kam mit neun Jahren nach Frankreich, wo sie Soziologie studierte und 2008 ihren ersten Roman veröffentlichte. Ihr 2009 im französischen Original erschienener zweiter Roman fiel mir aufgrund seines Titels auf. Er wurde schon 2011 verfilmt.
Dirk Kurbjuweit, Nachbeben (2025)
Glückstreffer
In wenigen Tagen beginnt die jährliche Aktion "Frankfurt liest ein Buch", in der sich fast zwei Wochen lang Lesungen und Veranstaltungen um einen Roman aus dem Frankfurter Raum drehen. Als ich hörte, dass es in diesem Jahr um einen Roman geht, der auf der Erdbebenwarte auf dem Kleinen Feldberg spielt, konnte ich mir darunter nichts Packendes vorstellen. Damit lag ich völlig falsch.
Stephan von der Schulenburg, Die Welt im Fluss: Über Bewegtes und Vergängliches in der Japanischen Kunst (2025)
Alles im Fluss
Nichts bleibt, wie es ist. Das zeigt sich gerade im Moment, da alles, was als gesichert galt, in Frage gestellt wird. In Japan war dies immer schon ein Thema in der Kunst, wie derzeit im Frankfurter Museum für Angewandte Kunst zu sehen ist. Der Katalog präsentiert die Idee so überzeugend, dass ich hier erstmals einen Ausstellungskatalog empfehle.