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Leseempfehlungen

Ich tausche mich gerne über Bücher aus, empfehle Titel und nehme Empfehlungen anderer auf. Als ich vor Jahren mit meiner Arbeit zur Lese-Rechtschreibschwäche begann, entstand gleichzeitig mein Bücherblog „Das Freitagsbuch“. In loser Folge stelle ich seitdem an Freitagen hier ein Buch vor: einen Roman oder ein Fachbuch für Erwachsene und ab und zu auch für junge Leser. Ich biete eine große Bandbreite an und folge dabei meinem persönlichen Bewertungssystem von "6 Bücher" für "einfach wunderbar" bis zu "1 Buch" für "lieber etwas anderes lesen".

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Albrecht Selge, Fliegen (2019)

Immer im Kreis

Mit dem Reisen ist es momentan so eine Sache und wir wissen derzeit nicht, was dieses Jahr gehen wird. Sicher möglich ist weiterhin das Bahnfahren und dazu passt der Roman Reisen von 2019. Der Autor Albrecht Selge hat diverse Stipendien und Preise erhalten. Hier legt er eine sehr ungewöhnliche Geschichte vor:

Eine Frau steigt aus ihrem normalen Leben aus und beginnt, im Zug zu wohnen.

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  • Mutter
  • Tochter
  • Umbruch
  • Emanzipation

Angelika Schrobsdorff, Du bist nicht so wie andre Mütter: Die Geschichte einer leidenschaftlichen Frau (1992)

Eine schillernde Persönlichkeit muss noch lange keine liebevolle Mutter sein

Am Sonntag ist Muttertag in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Aus diesem Anlass habe ich mir die Geschichte einer besonderen Mutter-Tochter-Beziehung ausgesucht. Sie erzählt davon, wie stark eine solche Beziehung prägen und viele Entscheidungen im Leben beeinflussen kann.  Zudem geht es darum, dass eine einst sehr wohlhabende Frau plötzlich in ein anderes Land fliehen und sich auf einen völlig anderen Lebensstandard einstellen muss.

Angelika Schrobsdorff hat nach ihrer Flucht aus Deutschland 1939 in verschiedenen Ländern gelebt und in Jerusalem und Paris zahlreiche Bücher geschrieben, darunter auch diese Lebensgeschichte ihrer mondänen Mutter, in der sie Privates, Historisches und Politisches zu einem großen literarischen Erfolg vereinte.

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  • Neuanfang
  • Suche nach sich selbst
  • Glück
  • Mut

Martina Goernemann, Sauerteig: Glück vermehrt sich in 4 Tagen (2018) / Sourdough: Four Days to Happiness

Glück auf Umwegen

In der seltsamen Zeit, die wir gerade durchleben, gibt es viel Kurioses. Dazu gehört für mich, dass über Wochen weder Mehl noch Brotbackmischungen zu bekommen waren. Dass Brotbacken ein Modethema ist, war mir klar, aber dass derart viele Menschen Mehl horten, brachte mich dazu, ein besonderes Buch aus meinem Schrank zu holen. Es geht in diesem Buch um viel, viel mehr als Backrezepte, so dass ich es hier heute gerne vorstelle.

Martina Goernemann ist Journalistin in München. Sie kommt ursprünglich vom Fernsehen, hat mittlerweile sieben erfolgreiche Bücher geschrieben und betreibt einen sehr beliebten Blog. Als sie 2018 ihr Buch über Sauerteig schrieb, recherchierte sie in mehreren europäischen Ländern und den USA. Das Buch gehört zu den eher wenigen Veröffentlichungen in diesem Bereich, die gleichzeitig auf dem deutschen und amerikanischen Markt erscheinen. Der Verlag erkannte das Potenzial des Themas für die USA und gerade in diesen Zeiten kommt das Thema besonders gut an, wie ein Blick in die New York Times in diesem April beweist.

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  • Isolation
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  • Vater
  • Geschichte

Gusel Jachina, Wolgakinder (2018)

So lang und ruhig wie ein russischer Winter

Seit Wochen leben wir auf Abstand, manche Mitglieder der Risikogruppen sogar ganz isoliert. Was liegt da näher als ein Roman, dessen Hauptfigur über weite Strecken auf sich gestellt und von der Gesellschaft abgeschnitten ist, und zu schauen, wie sie damit umgeht?

Nach ihrem Überraschungserfolg von 2015 Suleika öffnet die Augen nimmt sich die russische Autorin und Filmemacherin Gusel Jachina in ihrem zweiten Roman ebenfalls ein geschichtliches Thema in einer entlegenen Gegend vor. Was für ein gewaltiges Werk: Fast 600 Seiten aus dem Leben eines Dorfschullehrers an der Wolga ab 1916. Da kann man schon jedes Zeitgefühl verlieren und es damit dem Protagonisten Jakob Bach gleichtun. Am liebsten würde er mit seiner Klara ein vollkommen zurückgezogenes Leben führen, aber die Wirklichkeit und der Wandel des Landes mit Revolution und Gründung der Deutschen Republik an der Wolga holen ihn immer wieder ein.

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  • Suche nach sich selbst
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  • Reiselust

Meike Winnemuth, Das große Los (2015)

Eine Frau auf der Suche nach sich selbst – 12 Städte in 12 Monaten

Ich komme zurück auf Meike Winnemuth, von der ich schon vor einiger Zeit einen Titel besprochen habe (s. Bin im Garten) und stelle hier ihr bislang bekanntestes Buch vor. In dieser besonderen Zeit, in der wir alle nicht reisen können und sollen, können wir zumindest gedanklich auf Reisen gehen oder über Reisen lesen. Wenn wir ein Jahr Zeit hätten und 12 Städte besuchen könnten, wohin würde es dann gehen und in welcher Reihenfolge? Was würden wir uns von unserer Auswahl versprechen? Was würden wir einpacken und was zurücklassen? Die Gedanken sind frei.

Meike Winnemuth erzählt von ihrem Gewinn bei Günther Jauch. Dort errät sie sich 500 000 € und nimmt diesen Gewinn zum Anlass, um ein Jahr auszusteigen und 12 Städte je einen Monat lang zu bewohnen.

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