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Leseempfehlungen

Ich tausche mich gerne über Bücher aus, empfehle Titel und nehme Empfehlungen anderer auf. Als ich vor Jahren mit meiner Arbeit zur Lese-Rechtschreibschwäche begann, entstand gleichzeitig mein Bücherblog „Das Freitagsbuch“. In loser Folge stelle ich seitdem an Freitagen hier ein Buch vor: einen Roman oder ein Fachbuch für Erwachsene und ab und zu auch für junge Leser. Ich biete eine große Bandbreite an und folge dabei meinem persönlichen Bewertungssystem von "6 Bücher" für "einfach wunderbar" bis zu "1 Buch" für "lieber etwas anderes lesen".

  • Neuanfang
  • Umbruch
  • Landleben
  • Sinn des Lebens

Stephan Schröder, 25 letzte Sommer (2024)

Wichtige Fragen in ganz leicht verdaulichen Häppchen

Über manche Bucherfolge kann ich mich nur wundern. Dieser Kurzroman eines ehemaligen Topmanagers gehört ganz bestimmt dazu. Innerhalb weniger Stunden wird hier einem rastlosen Geschäftsmann durch das Gespräch mit einem Kartoffelbauern klar, dass er sein Leben verändern muss, um ihm mehr Tiefe zu geben und seiner Familie wieder näher zu sein. Das Ganze spielt in einer herrlichen Gegend auf dem Lande an strahlenden Sommertagen,

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  • Jugend
  • Gesellschaft
  • Psychologie

Sally Rooney, Normale Menschen/Normal People (2018)

Und das soll normal sein?

Wer dieses Jahr auf der Frankfurter Buchmesse war, konnte sich darüber wundern, dass der Jugendsparte „Young Adult“ viel Raum gewidmet wurde für Bücher, in denen auf – sagen wir –leicht verständlichem Niveau Liebes- und Lebensgeschichten mit bunten Umschlägen geboten werden. Noch mehr wundern kann sich, wer einen der ebenfalls vor allem an junge Leute gerichteten Romane der hochgefragten irischen Autorin Sally Rooney liest. Ihre Bücher sind echte „Reißer“, die - ähnlich wie die Harry-Potter-Bände damals – von Fans heiß ersehnt und den Buchhändlern nahezu aus den Händen gerissen werden. Wer das im Hinterkopf hat, staunt nicht schlecht, wenn er eines ihrer Werke liest, denn offenbar hat sich die Definition von spannendem Lesestoff über die Jahre deutlich verändert. 

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  • Geschichte
  • Gesellschaft
  • Schreiben
  • Autobiografie

Annie Ernaux, Die Jahre/ Les années (2008)

Eine Autobiografie neuen Stils

Sie ist eine der bekanntesten französischen Schriftstellerinnen überhaupt und erhielt 2022 den Nobelpreis für Literatur. Ihre Stimme hat Gewicht und sie ist nicht unumstritten. Es gibt also viele gute Gründe, sich mit ihrer Autobiografie, die bei ihrem Erscheinen im Jahr 2008 in Frankreich hohe Wellen schlug, zu beschäftigen. 

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  • Verantwortung
  • Politik
  • Wirtschaft

Hans-Werner Sinn, Auf der Suche nach der Wahrheit: Autobiografie (2018)

Von einem, der Ahnung hat

Seit Jahren werden wirtschaftliche Zusammenhänge von Politkern aus meiner Sicht nicht überzeugend, stark vereinfachend und viel zu oberflächlich dargestellt. So werden beispielsweise gewaltige Schuldenpakete mit Comicsprache verharmlost (s. „Wumms“ und „Doppelwumms“). Mir drängt sich dabei häufig der Eindruck auf, als Bürger und Wähler nicht ernstgenommen zu werden. So begann ich auf der Suche nach Aufklärung die Lektüre dieses Buchs von einem, der wirklich Ahnung hat, und war schnell angetan von dem, was ich vom ehemaligen Chef des Münchner ifo Instituts für Wirtschaftsforschung Hans-Werner Sinn lernen konnte.

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  • Emanzipation
  • Reisen
  • Wandern

Elizabeth von Arnim, Elizabeth auf Rügen: Ein Reiseroman (1904)

Freiheit auf Rügen?

Die Ostseeinsel Rügen verzeichnete zusammen mit der kleinen Nachbarinsel Hiddensee im vergangenen Jahr 6,5 Millionen Übernachtungen. Das ist eine gewaltige Zahl, selbst wenn sich die vielen Gäste auf etliche Orte verteilten. Dass bereits vor über 100 Jahren beide Inseln viele Gäste anlockten, beschrieb die englische Schriftstellerin Elizabeth von Arnim in ihrem Reiseroman „Elizabeth auf Rügen“ im Jahr 1904. Wollte Elizabeth dort eigentlich – was für die wilhelminische Zeit höchst ungewöhnlich war – möglichst allein die Natur genießen, fand sie auf ihrer Reise selten Gelegenheit dazu.

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Dr. Susanne Eichholz, Frankfurt
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