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Leseempfehlungen

Ich tausche mich gerne über Bücher aus, empfehle Titel und nehme Empfehlungen anderer auf. Als ich vor Jahren mit meiner Arbeit zur Lese-Rechtschreibschwäche begann, entstand gleichzeitig mein Bücherblog „Das Freitagsbuch“. In loser Folge stelle ich seitdem an Freitagen hier ein Buch vor: einen Roman oder ein Fachbuch für Erwachsene und ab und zu auch für junge Leser. Ich biete eine große Bandbreite an und folge dabei meinem persönlichen Bewertungssystem von "6 Bücher" für "einfach wunderbar" bis zu "1 Buch" für "lieber etwas anderes lesen".

  • Isolation
  • Außenseiter
  • Freiheit
  • Einzelgänger

Rüdiger Safranski, Einzeln sein: Eine philosophische Herausforderung (2021)

Einzeln, vereinzelt, allein oder einsam?

Manche Titel passen exakt in die Zeit, in der man auf sie stößt. So ging es mir mit Rüdiger Safranskis aktuellem Buch über das Einzeldasein. Nach fast zwei Jahren mit Lockdowns, Quarantäne und anderen individuellen Übungen sind viele von uns sehr erfahren auf diesem Gebiet. Safranski führt in seinem neuen Werk anhand bedeutender Philosophen durch die Entwicklung des Individualismus.

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  • Neuanfang
  • Kunst
  • Science Fiction

Emily St. John Mandel , Das Licht der letzten Tage/Station Eleven (2014)

Was hat wirklich Bestand?

In der Zeit zwischen den Jahren, in denen außer Verwandtentreffen oft wenig passiert ist, war mir nach Spannung und Aufregung, so dass ich nach diesem bekannten Titel griff. Das Ziel, die Zeit zwischen diversen Familienterminen kurzweilig zu überbrücken, habe ich damit bestens erreicht. Diese postapokalyptische Geschichte kann aber viel mehr.

Die Kanadierin Emily St. John Mandel beginnt ihr hocherfolgreiches Werk auf einer Bühne, wo ein bekannter Schauspieler mitten in einem Shakespeare-Stück zusammenbricht und stirbt. Danach geht die Welt fast unter, denn ein Grippe-Virus vernichtet in ganz kurzer Zeit 99% der Erdbevölkerung.

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  • Abenteuer
  • Durchhaltevermögen
  • Manipulation

Vicky Baum, Vor Rehen wird gewarnt (1954)

Alles nur Fassade

Wer liest heute noch Vicky Baum? Sicher nicht mehr viele, und ich hatte mich auch bis vor kurzer Zeit nie mit dieser Autorin beschäftigt, die ich nur von "Menschen im Hotel" kannte. Dabei war die Österreicherin in der Weimarer Republik sehr bekannt und erfolgreich. Sie wanderte 1932 in die USA aus, schrieb dann auf Englisch und geriet in Deutschland fast in Vergessenheit. Zu ihrem sechzigsten Todestag erschien dieser Roman in einer Neuausgabe. 

Es werden fast 50 Jahre aus dem Leben der zart und zerbrechlich wirkenden, dabei jedoch äußerst berechnenden und egoistischen Angelica Ambros erzählt. Ann, das hübsche "Reh", wird in ihrer Kindheit und Jugend verhätschelt und ihr Manipulationstalent nur von wenigen Menschen durchschaut. Als ihre Schwester Maud ausgerechnet von dem von ihr angehimmelten Wiener Geigenvirtuosen Florian geheiratet wird, beginnt sie eine jahrelange Intrige. 

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  • Kindheit
  • Literatur
  • Talent
  • Sucht

Tove Ditlevsen , Die Kopenhagen-Trilogie (1967 - 1971)

Kein Talent zum Glück

Die drei schmalen Bände der Lebensgeschichte von Tove Ditlevsen liegen schon seit einer ganzen Zeit in den Buchhandlungen und werden viel besprochen. So machte ich mich in diesem Jahr daran, zunächst "Kindheit", nach einigen Wochen "Jugend" und mit einem Abstand von mehreren Monaten "Abhängigkeit" zu lesen. Die Tristesse der Kindheit ohne Liebe in einem Armenviertel Kopenhagens hatte mir so zugesetzt, dass ich erst einmal eine kleine Pause brauchte. Der zweite Band zeigte dann das gleiche trostlose Bild einer begabten Frau, die sich immer mit den falschen Männern verband. In "Abhängigkeit" wird sie dann zu allem Überfluss auch noch medikamentensüchtig. 

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  • Musik
  • Mutter
  • Famlie und Beruf
  • Stimme

Andrea Grill, Cherubino (2019)

Was passiert, wenn eine Opernsängerin kurz vor ihrem internationalen Durchbruch schwanger wird?

Bei allem, was uns seit dem vergangenen Jahr bezüglich Politik und Gesundheit umtreibt, treten private Themen eher in den Hintergrund. Um dem bewusst entgegenzuwirken, griff ich neulich nach diesem Roman über eine schwangere Opernsängerin. Die österreichische Autorin Andrea Grill ist eine vielseitig begabte Frau mit international erworbener Erfahrung auf so unterschiedlichen Feldern wie Biologie und Linguistik. Als Vorbereitung auf diesen Roman hat sie intensive Gespräche mit Opernsängerinnen geführt, um sich in die Welt der Oper und der Stimme einzufühlen, was ihr hervorragend gelungen ist.

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