Der Jugendliche Dorian hält das Leben mit seinem Vater nicht mehr aus und lebt auf der Straße, was ihm erstaunlich gut gelingt. Eines Tages wacht er allerdings neben einem toten Obdachlosen auf und es beginnt eine hochspannende Geschichte:

Seitdem die österreichische Schriftstellerin Ursula Poznanski 2011 für ihren Thriller Erebos den deutschen Jugendbuchpreis erhielt, hat sie zahlreiche Anhänger in einer Altersgruppe gefunden, die viele als Nichtleser abgehakt hatten. Das ist umso erstaunlicher, als ihre Werke oft sehr umfangreich sind (ca. 500 Seiten).

Der jugendliche Held kann sich an nichts erinnern, aber alles deutet darauf hin, dass er jemanden umgebracht hat. Aus dem Nichts taucht ein Fremder auf und bietet ihm Hilfe an. Er bringt ihn in eine Villa und versorgt ihn mit allem, was er braucht. Als Gegenleistung muss er nur Flugblätter verteilen und Werbegeschenke überreichen. Diese Aufgaben scheinen sehr leicht, aber es gibt diverse Haken. Ehe er sich versieht, ist Dorians eigenes Leben in Gefahr und er ist ständig auf der Flucht. Bald weiß er nicht mehr, wem er trauen kann und was wahr ist. Der Leser, ob Jugendlicher oder Erwachsener, kann sich dieser spannenden Verfolgungsjagd kaum entziehen und will immer weiterlesen.

Ursula Poznanski hat auch einige Bücher für Erwachsene geschrieben und die Grenzen zwischen Jugend- und Erwachsenenliteratur sind ohnehin oft fließend.  Dieses Buch ist außerordentlich packend und empfehlenswert für alle, die sich einmal in etwas richtig Spannendes vergraben wollen. Zudem zeigt es, wie der junge Dorian sich durch sein extremes Durchhaltevermögen nicht unterkriegen lässt und die vielen Schichten widersprüchlicher Informationen und Gefühle aufbricht.