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Leseempfehlungen

Ich tausche mich gerne über Bücher aus, empfehle Titel und nehme Empfehlungen anderer auf. Als ich vor Jahren mit meiner Arbeit zur Lese-Rechtschreibschwäche begann, entstand gleichzeitig mein Bücherblog „Das Freitagsbuch“. In loser Folge stelle ich seitdem an Freitagen hier ein Buch vor: einen Roman oder ein Fachbuch für Erwachsene und ab und zu auch für junge Leser. Ich biete eine große Bandbreite an und folge dabei meinem persönlichen Bewertungssystem von "6 Bücher" für "einfach wunderbar" bis zu "1 Buch" für "lieber etwas anderes lesen".

  • Alter
  • Eigensinn
  • Selbstbewusstsein

Jane Campbell, Kleine Kratzer/Cat Brushing (2022)

Noch lang noch nicht Schluss - Debüt mit 80

Wir bewegen uns auf eine Gesellschaft mehrheitlich alter Menschen zu und bald wird es in Deutschland aussehen wie in Japan. Der kürzlich veröffentlichte Geburtenrückgang wird diese Entwicklung noch verstärken. Damit die Gesellschaft nicht zu einer reinen Welt von Urlaubern und Arztgängern wird, braucht es Menschen, die auch in fortgeschrittenem Alter Ungewohntes und Neues tun, Menschen wie Jane Campbell also.

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  • Kindheit
  • Musik
  • Jugend

Takis Würger, Für Polina (2025)

Von grandios bis erwartbar

Wer inmitten vieler Feiertage und kurz vor den Sommerferien eine Ferienlektüre sucht, um dem Alltag in unklarer Gesamtgemengelage  zu entfliehen, sollte sich Takis Würger zuwenden. Denn er liefert mit den ersten beiden Dritteln seines Romans Für Polina eine hinreißende Geschichte. 

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  • Neuanfang
  • Sprache
  • Umwelt
  • Baum

Audur Ava Ólafsdóttir, Eden (2025)

Neuanfang in Island

Wenn ein so unaufgeregter Roman über eine Sprachwissenschaftlerin aus Reykjavík schnell in 25 Sprachen übersetzt wird, hat das sicher etwas zu bedeuten. Denn in Eden passiert über weite Strecken nicht besonders viel und es wird auch nicht sehr viel gesprochen. Das bedient einerseits gängige Island-Klischees und kommt andererseits offenbar dem Verlangen vieler Leser nach Ruhe und Naturerleben entgegen. 

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Stefan Moster, Vom Glück, im Chor zu singen (2025)

Nun singet und seid froh

Man muss nicht wie der Autor dieses erst letztes Jahr erschienenen Buches aus einer musikalischen Familie stammen, in der der Chorgesang selbstverständlich dazugehörte, um dem gemeinsamen Singen etwas abgewinnen zu können. Man muss auch nicht wie Stefan Moster auf viele Jahre Blockflöten-, Gitarren-, Oboen- und Klarvierunterricht zurückschauen, um mit dem Gedanken zu spielen, einem Chor beizutreten. Schließlich gibt es in Deutschland derzeit allein innerhalb des Deutschen Chorverbands 700.000 Menschen, die in 13.000 Chören singen. Was führt zu dieser stattlichen Zahl?

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  • Geschichte
  • Schuld
  • Familie
  • Schwester

Judith Hermann, Ich möchte zurückgehen in der Zeit (2026)

Vom Schweigen in den Familien

Als Judith Hermann diese Woche erstmals in der Öffentlichkeit aus ihrem neuen Buch vorlas, war das Frankfurter Literaturhaus ausverkauft. Verlagsvertreter und  Leser bescherten ihr einen herzlichen Empfang. In ihrer Neuerscheinung  geht es um die Geschichte ihres Großvaters, der Mitglied der Waffen-SS und an der Auflösung des jüdischen Ghettos im polnischen Radom beteiligt war. Diese Leerstelle oder dieser blinde Fleck innerhalb der Familiengeschichte erfüllt die Autorin mit einer gewissen Traurigkeit und Unruhe, so dass sie sich aufgemacht hat, um mehr darüber zu erfahren. 

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Dr. Susanne Eichholz, Frankfurt
+49 (0) 157 71 57 68 19 | kontakt@susanne-eichholz.de

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