Christian Busch (2020), Erfolgsfaktor Zufall: Wie wir Ungewissheit in Chancen verwandeln/The Serendipity Mindset (2020)

Es scheint sie zu geben, die ausgesprochenen Glückspilze, die immer im richtigen Moment auftauchen und denen oft und unverhofft etwas Gutes widerfährt. Sie finden Geld, gewinnen im Lotto oder ziehen den Hauptgewinn in der Tombola. Zumindest scheint es bei manchen Menschen so zu sein. Der Wirtschaftsprofessor Christian Busch, der seit Jahren an der New York University zum Zufall forscht, hat dazu seine ganz eigene Theorie entwickelt, die der Serendipität.

Er versteht unter Serendipität aktives Glück, durch das man aus einem Zufall etwas für sich Vorteilhaftes macht. Es geht also darum, einen glücklichen Moment zu erkennen und zu nutzen, einen Sinn für Unerwartetes zu entwickeln, durch den man sieht, was andere nicht sehen. Das würde Rod Stewart widersprechen: Nicht einige haben demnach das Glück für sich gepachtet, sondern sie nutzen Chancen nur geschickter für sich als andere.

Die erfreuliche Botschaft, die Busch auf der Basis von mehreren Hundert Interviews verkündigt, ist die, dass Serendipität sich lernen lässt, indem man versucht, Verknüpfungen zu sehen. Die englische Wendung „connecting the dots“, die auch im Titel eines weiteren Buches von Christian Busch zu lesen ist, steht dafür, einen Zusammenhang herzustellen und sich ein richtiges Bild zu machen. Busch behauptet, dass man dies üben kann, indem man mit offeneren Augen durch die Welt geht, eins und eins zusammenzählt und Gelegenheiten beim Schopfe packt. Einen Versuch ist es sicher wert, dem Glück auf die Sprünge zu helfen und dadurch manch positive Wendung herbeizuführen.

 (26.07.2024)

Ähnliche Bücher:

Was macht die Dänen zur glücklichsten Nation? Auf der Suche nach dem Glück

Helen Russell, Hygg Hygg Hurrah: Glücklich wie die Dänen/The Year of Living Danishly: Uncovering the Secrets oft he World’s Happiest Country (2015)

Die Ferienzeit beginnt. Dieses Jahr werden viele von uns im eigenen Land oder in Nachbarländer reisen. Daher wende ich mich mit meiner Buchempfehlung heute Dänemark zu und der Frage nach dem Glück. 

Die britische Journalistin Helen Russell arbeitete für eine Frauenzeitschrift in London, bevor sie ihren Mann auf einen Auslandsaufenthalt ins ländliche Dänemark begleitete und dort begann, ihre Erlebnisse und Erkenntnisse in der Heimat der glücklichsten Menschen der Welt in diesem Buch zu beschreiben.

Helen ist 33 und auf einer Position in einem sehr bekannten Magazin, um die sie viele beneiden würden. Sie lebt kinderlos und vielbeschäftigt in London, als ihrem Mann ganz unerwartet eine Tätigkeit für ein Jahr bei Lego in Dänemark angeboten wird. Während ihr Mann sofort Feuer und Flamme ist, beginnt sie als gelernte Journalistin erst einmal, gründlich zu recherchieren. Sie stößt auf den „UN World Happiness Report“, nach dem die Dänen das glücklichste Volk der Welt sind, und das schon seit 40 Jahren. Daraufhin beschließt das Paar, nach Dänemark aufzubrechen.

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