Es scheint sie zu geben, die ausgesprochenen Glückspilze, die immer im richtigen Moment auftauchen und denen oft und unverhofft etwas Gutes widerfährt. Sie finden Geld, gewinnen im Lotto oder ziehen den Hauptgewinn in der Tombola. Zumindest scheint es bei manchen Menschen so zu sein. Der Wirtschaftsprofessor Christian Busch, der seit Jahren an der New York University zum Zufall forscht, hat dazu seine ganz eigene Theorie entwickelt, die der Serendipität.
Er versteht unter Serendipität aktives Glück, durch das man aus einem Zufall etwas für sich Vorteilhaftes macht. Es geht also darum, einen glücklichen Moment zu erkennen und zu nutzen, einen Sinn für Unerwartetes zu entwickeln, durch den man sieht, was andere nicht sehen. Das würde Rod Stewart widersprechen: Nicht einige haben demnach das Glück für sich gepachtet, sondern sie nutzen Chancen nur geschickter für sich als andere.
Die erfreuliche Botschaft, die Busch auf der Basis von mehreren Hundert Interviews verkündigt, ist die, dass Serendipität sich lernen lässt, indem man versucht, Verknüpfungen zu sehen. Die englische Wendung „connecting the dots“, die auch im Titel eines weiteren Buches von Christian Busch zu lesen ist, steht dafür, einen Zusammenhang herzustellen und sich ein richtiges Bild zu machen. Busch behauptet, dass man dies üben kann, indem man mit offeneren Augen durch die Welt geht, eins und eins zusammenzählt und Gelegenheiten beim Schopfe packt. Einen Versuch ist es sicher wert, dem Glück auf die Sprünge zu helfen und dadurch manch positive Wendung herbeizuführen.
(26.07.2024)