Man muss nicht wie der Autor dieses erst letztes Jahr erschienenen Buches aus einer musikalischen Familie stammen, in der der Chorgesang selbstverständlich dazugehörte, um dem gemeinsamen Singen etwas abgewinnen zu können. Man muss auch nicht wie Stefan Moster auf viele Jahre Blockflöten-, Gitarren-, Oboen- und Klarvierunterricht zurückschauen, um mit dem Gedanken zu spielen, einem Chor beizutreten. Schließlich gibt es in Deutschland derzeit allein innerhalb des Deutschen Chorverbands 700.000 Menschen, die in 13.000 Chören singen. Was führt zu dieser stattlichen Zahl?
Weltweit wird gesungen, da Stimme und Stimmung überall zusammengehören. Das Singen erzeugt Glücksgefühle, indem es den Oxytocin-Wert steigert. Dieser Botenstoff wirkt stresslindernd und steigert das Wohlbefinden. Oxytocin wirkt als Bindungshormon und hilft dabei, eine Beziehung zwischen den Mitsingenden aufzubauen. Wer singen lernt, lernt richtig atmen, wovon er in vielerlei Hinsicht profitiert. Wie Moster mehrfach betont, wird der Körper beim Singen zum Instrument.
2014 wurde die Chormusik in deutschen Amateurchören in das Bundesweite Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe aufgenommen. Zudem gibt es weltweit - so mag man Moster gern glauben - keine Kultur, in der nicht gesungen wird. Er stellt die Geschichte der Chormusik, ihre zahlreichen Spielarten sowie die Rolle der Chorleiter dar. Gemeinsames Singen kann auf sehr unterschiedliche Art emotional bewegen: erfreuen, begeistern, erheitern, Trost spenden etc. Chorsänger müssen aufeinander hören, üben also gleichzeitig sorgfältiges Zuhören. Ich kann nach vieljähriger Chormitgliedschaft das Allermeiste, was ich hier lese, nur bestätigen.
Wer nach der Lektüre dieses sehr gut lesbaren Buches immer noch keine Lust auf Chorgesang hat, dem ist nur noch mit dem launigen Film "Wir singen. Wann kommst Du?" auf der Homepage des deutschen Chorverbandes zu helfen.
(17.04.2026)
Stefan Meister stellt in seinem Buch "Vom Glück, im Chor zu singen" (2025) die ganze Bandbreite des Chorgesangs dar. In welcher Formation man auch immer singt, es wirkt stets befreiend und macht glücklich.