Im Februar 1989 erfuhr der Schriftsteller Salman Rushdie durch den Anruf einer BBC-Journalistin, dass er von Ayatollah Khomeini zum Tode verurteilt worden war. Sein Roman Die Satanischen Verse / The Satanic Verses löste diese Fatwa aus, da er gegen den Islam, den Propheten und gegen den Koran gerichtet sei. Was das für Rushdies Leben bedeutete, beschreibt er in seiner Autobiografie.

Der 1947 in Indien geborene Schriftsteller stellte 1988 in den Satanischen Versen das Leben des Propheten Mohammed dar. Das Werk war der Anlass für den Ayatollah, die Muslime in aller Welt zur Vollstreckung des Todesurteils aufzurufen. Zudem wurde ein hohes Kopfgeld ausgesetzt.

Die Geschichte von Rushdies Flucht vor den Islamisten ist so ungewöhnlich wie wohl einmalig. Er muss sich insgesamt 9 Jahre lang verstecken, zieht ständig um, ist rund um die Uhr von einem bewaffneten Spezialkommando der Polizei umgeben. Seinen Decknamen wählt er aus als Kombination seiner beiden Lieblingsautoren Conrad und Chekhov – Joseph Anton.

Dieser autobiografische Roman dreht sich im Grunde um das große Thema Meinungsfreiheit. Rushdie berichtet ungeheuer detailliert – und das ist sicher eine gravierende Schwäche des Werks – von seinen Erlebnissen unter der Fatwa. Er begegnet viel Verständnislosigkeit unter Regierenden, Geheimdienstchefs, Verlegern, Journalisten und Schriftstellerkollegen, aber auch menschlicher Nähe und Unterstützung. Die Beschreibungen seiner Kindheit in Indien und England sind sehr gelungen und legen den Grundstein für vieles, was ihm später widerfährt.

Sicher ist dieses umfangreiche Werk keine leichte Kost, aber es empfiehlt sich dem Leser, der sich für Extremsituationen und die darin überlebenswichtigen Schutzmechanismen interessiert.